Der Weggang von Filip „NEO“ Kubski von FaZe hat eine viel umfassendere Diskussion über den aktuellen Zustand des Teams ausgelöst. Analyst Dustin „Dust“ Mouret ging in seinem neuesten Video auf die Situation ein und gab eine harte Einschätzung ab: Die Probleme von FaZe haben sich schon lange aufgebaut, und der Trainerwechsel ist lediglich eine Folge, nicht die eigentliche Ursache. Seiner Aussage nach befindet sich das Team in einer langwierigen Krise, und die jüngsten Veränderungen werden ohne einen tieferen Neuaufbau kaum sofortige Verbesserungen bringen.
Der Abgang von NEO unterstreicht nur die Krise

Dust machte deutlich, dass die Nachricht vom Rücktritt von NEO keine Überraschung war. Tatsächlich hatte er bereits geplant, FaZes Probleme vor der Ankündigung zu besprechen:
Ich hatte bereits ein Video über FaZe und die Schwierigkeiten, die sie durchmachen, geplant… aber heute haben wir die Nachricht erhalten, dass NEO nicht mehr der Trainer ist und nach einem neuen sucht.
Er sieht diesen Schritt nicht als Beginn einer Veränderung, sondern als Bestätigung, dass die Organisation endlich reagiert:
Veränderungen sind bereits im Gange… aber das ist nur der Anfang einer größeren Diskussion darüber, was bei FaZe vor sich geht.
Seiner Ansicht nach hat FaZe einen Punkt erreicht, an dem kleine Anpassungen nicht mehr ausreichen.
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FaZe haben ihre Identität verloren
Eines von Dusts Hauptargumenten ist, dass FaZe nicht mehr wie ein Top-Team aussieht – nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch in ihrer Spielweise. In der Vergangenheit blieben sie selbst wenn sie inkonsequent waren, gefährlich. Das ist heute nicht mehr der Fall:
Sie waren immer gefährlich, selbst wenn sie nicht an der Spitze waren. Jetzt gibt es fast nichts Interessantes an FaZe.
Er betonte, dass das Thema über Statistiken hinausgeht:
Alles ist flach gefallen. Sie sind nicht mehr spannend, die Ergebnisse sind nicht gut, und nichts fügt sich zusammen.
Dies deutet auf einen tieferen Verlust von Identität, Selbstvertrauen und Zusammenhalt innerhalb des Teams hin.
„Der Major-Lauf war ein Wunder“

Dust sprach auch über FaZes Weg ins Grand Final des StarLadder Budapest Major, das viele als Zeichen der Genesung sahen. Er widerspricht entschieden:
Dieser Major-Lauf… war ein Wunder.
Seiner Meinung nach war es eine einmalige Darbietung, die tiefere Probleme verbarg:
Es sieht aus wie ein Wunder, denn außerhalb des Majors hat nichts funktioniert.
Ergebnisse 2026: Die Zahlen erzählen die Geschichte
Dust untermauerte seine Analyse mit klaren Statistiken:
Sie haben 12 Best-of-Three-Spiele bestritten und nur drei gewonnen.
Er wies auch darauf hin, dass selbst diese Siege nicht besonders überzeugend waren:
Das ist weit unter dem Niveau, auf dem ein Team mit diesen Spielern sein sollte.
Kurz gesagt, FaZe performt nicht mehr wie ein konstantes Top-Team.
Broky als Kernproblem

Die schärfste Kritik richtete sich gegen Helvijs „broky“ Saukants. Dust identifizierte ihn als einen der Hauptgründe für den Niedergang des Teams:
Derzeit ist Broky einer der am schlechtesten abschneidenden AWPer unter den Teams, die auch nur annähernd unter den Top 15 liegen.
Er erklärte, dass es bei der Frage nicht nur um Statistiken geht, sondern um die Auswirkung:
Er ist zu passiv und hat in frühen Rundensituationen keinen Einfluss.
Das führt zu einem strukturellen Problem, da FaZe von Anfang an häufig die Kontrolle über die Runden verliert. Dust stellte außerdem fest, dass diese Probleme nicht neu sind:
Er hatte 2025 Probleme, und sie sind 2026 immer noch hier.
Mangel an Eintrittskraft und jcobbb-Probleme
Ein weiterer von Dust identifizierter Schwachpunkt ist Jakub „jcobbb“ Pietruszewski, der die Erwartungen nicht erfüllt hat:
Seine Leistungen in FaZe waren einfach nicht gut.
Das Hauptproblem liegt in seiner Rolle als Entry Fragger:
Er nimmt viele Chancen, aber seine Erfolgsquote ist sehr gering.
In Kombination mit Brokys passivem Stil bleibt FaZe ohne Druck in den frühen Runden:
Sie haben einfach keine Öffnungskraft.
Infolgedessen fällt es dem Rest des Teams schwer, seine Stärken auszuspielen.
Karrigan ist nicht das Problem
Trotz der Kritik verteidigte Dust Finn „Karrigan“ Andersen. Seiner Ansicht nach können die Schwierigkeiten des Teams nicht allein dem Ingame-Leader angelastet werden:
Es ist sehr schwer, ein System zum Laufen zu bringen, wenn zwei Schlüsselrollen nicht produzieren.
Er betonte, dass kein System ohne die richtigen Teile funktionieren kann:
Kein System wird funktionieren, wenn du nicht die Teile dafür hast.
Außerdem glaubt Dust weiterhin an den Wert von Karrigan:
Ich denke, Karrigan hat immer noch Wert als IGL.
Frozen und Twistzz bleiben Schlüsselstücke

Mitten in der Kritik hob Dust Spieler hervor, die noch die Grundlage für einen Neuaufbau bilden könnten:
Frozen ist seit langem ihr konstantester Spieler. Twistzz sah aus wie ein Superstar, als er zurückkam.
Er glaubt, dass dieser Kern weiterhin Potenzial hat, wenn er richtig unterstützt wird.
FaZe steht vor einer entscheidenden Entscheidung
Abschließend skizzierte Dust mehrere mögliche Wege für das Team: einen vollständigen Neuaufbau, Kaderänderungen oder sogar einen kompletten Neustart.
Ein Teil von mir hat das Gefühl, dass du es vielleicht einfach in die Luft jagen musst.
Er sieht jedoch auch ein optimistischeres Szenario:
Mit dem richtigen AWPer und dem richtigen Entry-Fragger könnte dieses Team immer noch zu den Top 10 gehören.
Dennoch bleibt die Gesamtsituation besorgniserregend:
Es fühlt sich an, als stünde FaZe gerade in einer Sackgasse.
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FaZe an einem Scheideweg: Wiederaufbau oder Zusammenbruch?
Dusts Reaktion macht deutlich, dass NEOs Abgang nur ein Symptom tieferliegender Probleme ist. FaZe hat Balance, Form und Konstanz verloren, während Schlüsselrollen unterdurchschnittlich abschneiden.
Es ist traurig zu sehen, wie tief dieses Team gefallen ist… Dabei weiß ich trotzdem, dass da Potenzial steckt.
Die nächsten Entscheidungen der Organisation könnten ihre Zukunft bestimmen – entweder ein ordentlicher Neuaufbau oder ein weiterer Niedergang eines der ikonischsten Teams von Counter-Strike.

