Valve hat auf eine Klage des Generalstaatsanwalts von New York wegen Lootboxen in mehreren Spielen des Unternehmens reagiert, darunter Counter-Strike 2, Dota 2 und Team Fortress 2. Der Entwickler veröffentlichte am 11. März eine Stellungnahme auf Steam und erklärte seine Position zu Mystery Boxes sowie dem laufenden Rechtsstreit. Der Fall begann, nachdem die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, Valve beschuldigte, Glücksspielmechaniken durch Lootboxen wie Fälle und Kisten zu fördern. Diese Behälter geben den Spielern zufällig ausgewählte kosmetische Gegenstände.
Valve verteidigt Mystery-Boxen und kosmetische Gegenstände

In seiner Stellungnahme erklärte Valve, dass zufällig generierte Item-Pakete nicht einzigartig für Videospiele seien. Ähnliche Systeme existieren seit Jahrzehnten in physikalischen Produkten. Das Unternehmen verglich Lootboxen mit Baseballkartenpacks, Pokémon-Karten und anderen Sammelobjekten, die zufällige Gegenstände enthalten. Valve betonte außerdem, dass Spieler keine Fälle öffnen müssen, um das Spiel zu genießen. Die Hüllen enthalten nur kosmetische Gegenstände und beeinflussen das Spiel nicht.
Spieler müssen keine Mystery-Boxen öffnen, um Valve-Spiele zu spielen. Tatsächlich öffnen die meisten von euch gar keine Kisten und spielen nur die Spiele – weil die Gegenstände in den Kisten rein kosmetisch sind.
Laut Valve verändern kosmetische Gegenstände nur das Aussehen von Waffen. Sie beeinträchtigen das Wettbewerbsgleichgewicht nicht. Deshalb müssen die Spieler kein Geld ausgeben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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Valve hebt Anti-Glücksspiel-Maßnahmen hervor
Valve hat auch seine Bemühungen zur Bekämpfung von Drittanbieter-Glücksspielwebsites angesprochen. Das Unternehmen erklärte, es habe jahrelang versucht, Glücksspielseiten daran zu hindern, Steam-Artikel zu missbrauchen. Valve listete mehrere Maßnahmen auf:
- Konten sperren, die mit Glücksspielseiten verknüpft sind
- Einführung von Handelsabklingzeitsystemen
- Hinzufügen von Handelsrückkehr-Tools zum Schutz von Nutzern vor Betrug
Das Unternehmen gibt an, mehr als eine Million Steam-Konten gesperrt zu haben, die mit Glücksspiel, Betrug oder Diebstahl von Gegenständen in Verbindung stehen. Valve verbietet Glücksspielunternehmen außerdem, Turniere in seinen Spielen zu sponsern.
Meinungsverschiedenheit über vorgeschlagene Änderungen

Valve kritisierte außerdem mehrere Vorschläge des New Yorker Generalstaatsanwalts. Ein Vorschlag wäre, die Möglichkeit zu entfernen, Gegenstände, die aus Fällen erhalten wurden, zu tauschen oder zu verkaufen. Valve argumentiert, dass der Handel digitaler Gegenstände den Spielern zugutekommt. Sie ermöglicht es Nutzern, unerwünschte Kosmetika gegen andere Artikel zu tauschen. Das Unternehmen vergleicht dieses System mit dem Handel von physischen Sammlerstücken.
Ein weiterer Vorschlag würde verlangen, dass Valve mehr persönliche Daten von Nutzern sammelt. Das Ziel wäre es, das Alter zu überprüfen und VPN-Nutzung zu erkennen. Valve lehnte diese Idee ab und warnte, dass dies eine invasive Datenerhebung weltweit erfordern würde.
Bereits in Deutschland eingeführte Fallöffnungsänderungen
Die rechtliche Debatte um Lootboxen hat in einigen Regionen bereits Veränderungen bewirkt. Anfang März führte Valve neue Regeln für Spieler in Deutschland ein. Spieler in Deutschland können Container nun nur noch über das Röntgenscanner-System öffnen. Dieses Merkmal existiert bereits in Ländern mit strengen Glücksspielvorschriften. Das System zeigt den Gegenstand in einem Behälter, bevor der Spieler entscheidet, ob er den Schlüssel kaufen will. Valve führte die Änderung ein, um den lokalen Gesetzen zu Glücksspielen zu entsprechen.
Das Gericht wird über das Ergebnis entscheiden
Valve beendete seine Stellungnahme mit der Aussage, dass das Gericht letztlich über den Fall entscheiden werde.
Letztlich wird ein Gericht entscheiden, wessen Position – unsere oder die der NYAG – richtig ist.
Das Unternehmen warnte außerdem, dass das Ergebnis Spieler außerhalb von New York betreffen könnte. Zukünftige Vorschriften für digitale Lootboxen könnten weitreichendere Folgen haben. Derzeit verteidigt Valve weiterhin das aktuelle System, das in Counter-Strike und seinen anderen Spielen verwendet wird.
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Der Rechtsstreit um Lootboxen geht weiter
Die Klage zeigt den wachsenden rechtlichen Druck auf Lootboxen in modernen Spielen. Valve besteht darauf, dass Hüllen wie Sammelkartenpakete funktionieren. Die Regulierungsbehörden hinterfragen jedoch weiterhin, ob solche Systeme dem Glücksspiel ähneln. Der Fall könnte einer der wichtigsten Rechtsstreitigkeiten um Monetarisierungssysteme in der Spielebranche werden.

